Die Geschichte des bergischen
Karnevals (insbesondere die des Bensbergers) ist im Archiv für
Brauchtumspflege im Engelbertturm des Bensberger Rathauses
dokumentiert. An historischer Stätte, im Engelbertturm (12.
Jhd.) des Bensberger Rathauses, ist das Museum untergebracht.
Träger ist die der Grosse Bensberger KG rot weiss von 1968.
Mit der Einrichtung sollen Exponate und Wissenswertes über das
rheinische Brauchtum rund um den Karneval einer breiten
Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Besonders die
Geschichte des Bensberger Karnevals und das Brauchtum in den
umliegenden Orten wird ausführlich dokumentiert.
Geschichte
Das Archiv für Brauchtumspflege (auch
Karnevalsmuseum genannt) geht auf eine Initiative von Paul
Falk zurück, dem Präsidenten der Grossen Bensberger KG (von
1972 bis 2001). Von 1987 an hat er sich über mehrere Jahre
hinweg und durch zahlreiche Eingaben an die Stadtverwaltung
Bergisch Gladbach um die Nutzungsrechte für zwei leer stehende
Räume im Engelbertturm des Bensberger Rathauses bemüht. Dank
der Unterstützung der damaligen stellvertretenden
Bürgermeisterin Helga Arp konnte am 4. September 1990 die
Nutzungsvereinbarung unterzeichnet werden.
Eine Reihe von Spendern haben durch
die Überlassung privater Sammlungen und Einzelstücke den
Grundstock für das Archiv gelegt: Paul Falk, Jochen Heuser,
Peter Klein, Gisela Schade und Rosi Vierkotten. Geld- und
Sachspender örtlicher Firmen haben zum Ausbau der beiden
Turmzimmer beigetragen.
Im Rahmen des NRW-Projektes "Förderung
von Entwicklungsmaßnahmen in kreisangehörigen Gemeinden"
erwirkte Falk im Jahre 1991 einen Zuschuss von 15.000 DM für
den Kauf des notwendigen Mobiliars, so dass der tragende
Karnevalsverein pünktlich zum "Elfen im Elften" 1991 die
prächtig ausgestatteten Räume präsentieren konnte.
Nach dem von Falk realisierten
Archivaufbau hat die Grosse Bensberger KG im Jahre 1993 den
Bensberger Brauchtumsforscher Willi Fritzen als Archivar
eingesetzt. In manchen Veröffentlichungen heißt es, Fritzen
sei Urheber des Archivs und habe die Einrichtung 1993
begründet. Diese Darstellung ist falsch und beruht offenbar
auf eigenen Veröffentlichungen des Heimatforschers. Fritzen
brachte zwar eine große Zahl weiterer Exponate ein (vielfach
mit finanzieller Förderung durch die tragende
Karnevalsgesellschaft), war aber keineswegs Initiator der
Einrichtung.
Inhalt
Auf drei Etagen ist heute die
Karnevalsgeschichte in Form von Fotos, Zeitungen, Liederheften
und Exponaten präsent. Neben Karnevalssymbolen, wie Pokale,
Präsidentenorden, -ketten und Zepter, Mitglieder- und
Protokollbücher, Fahnen, Gästebücher und einer Sammlung von
vielen Hunderten zum Teil sehr alter Karnevalsorden (der
älteste ist der 1. Kölner Faschingsorden von 1883) zeigt das
Archiv einer der beiden ältesten Präsidentenketten des
RheinischBergischen Kreises. Zahlreiche Karnevalsuniformen,
von Schaufensterpuppen zur Schau gestellt, zeigen
Originalkleidung von einst und jetzt. Einen weiteren
Schwerpunkt des Archivs ist eine Sammlung von Narrenkappen.
Auf großen Zeittafeln wird die Entwicklung des Karnevals mit
Fotos dokumentiert.
Besichtigung
Das Karnevalsmuseum hat keine festen
Öffnungszeiten. Besichtigungen sind nach Terminabsprache
möglich Telefon 02204/71177).