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Errichtung der Erdenburg,
einer vermutlich germanischen Wallburg mit einem 3-fachen
Befestigungssystem von Gräben, Wällen und Palisaden.
Archäologisch wurde sie im Jahre 1935 untersucht. In
einer halben Stunde Fußweg vom Schloß aus erreicht man
diese geschichtsträchtige Stätte.1003
Die Burg Bensberg (späteres Altes
Schloß) angeblich erstmals urkundlich erwähnt (beachte hierzu
Hinweis). Der Name der
Burg und des Ortes Bensberg erscheint im Mittelalter in
Urkunden in den verschiedensten Formen: Bensburc,
Bensbur, Bensbure, Benspur, Baensbur, Baynsbur,
Baynsbure, Beentzbur, Bainsbuir, Baynsbuir, Vansbuir,
Vanbure. Seit dem 14. Jahrhundert findet man auch
Baensberg, Bensbergh und schließlich Bensberg
1101
- 1225
Regierungszeit der Grafen von Berg.
Das Bergische Land erhält nach diesem Grafengeschlecht
seinen Namen.

1138
- 1139
erste nachgewiesene
Nennung Bensbergs und eines Bensbergers in einer Urkunde Erzbischof
Arnolds I. von Köln.
(Erläuterungen)
1218
wird mit
Engelbert II., Erzbischof von Köln,
einer der mächtigsten Reichsfürsten seiner Zeit, Burggraf in Bensberg. Wird von Friedrich II während dessen Aufenthalt in
Italien zum Reichsverweser eingesetzt und zum Vormund und
Erzieher des jungen Königssohnes Heinrich bestellt,
den er im Jahr 1222 in Aachen zum König Heinrich
VII. krönte.
Er blieb bis zum Tod dessen Vormund und war
damit die politisch stärkste Person des Reiches. Engelbert II soll sich gerne auf der Burg Bensberg aufgehalten
haben, und diese weiter ausgebaut und verschönert haben.
Mit seiner Ermordung am 7. November 1225 stirbt das
Geschlecht der Grafen von Berg in männlicher Linie aus.
Der Mörder wurde in Köln auf's Rad geflochten, und
Schloß Bensberg soll von den Kölner Bürgern, die über
den Mord erzürnt waren, erstürmt und teilweise zerstört
worden sein. Verbürgt ist dies freilich nicht.
Sein
Leichnam wurde im
Kölner Dom
begraben und seine Gebeine werden heute in einem barocken Schrein, den
Erzbischof Ferdinand von Bayern fertigen ließ, aufbewahrt. Er wird von
vielen als Heiliger verehrt, wurde aber nie offiziell heilig gesprochen.
Sein Nachfolger Heinrich von Müllenark beauftragte den Mönch
Caesarius von Heisterbach eine Biografie zu
verfassen, wahrscheinlich um die Heiligsprechung vorzubereiten. Das
"Herz des Heiligen" wird als Reliquie im
Altenberger Dom aufbewahrt.
Foto:
Das Reiterstandbild des Grafen Engelbert II. zu Berg in Schloss Burg
1230
Bensberg wird vom Kölner Erzbischof
und den Kölner Bürgern belagert. Heinrich III von
Limburg, der zwischenzeitlich die Grafschaft von Berg übernommen
hatte, war mit dem Erzbischof wegen der Abtei Siegburg in
Streit geraten. Bensberg hält stand.
Konrad von Hochstaden, der nächste Erzbischof von Köln
- er legt 1228 den Grundstein zum Kölner Dom und
erschließt die Bensberger Gegend dem Erzbergbau - zieht
ebenfalls gegen den Grafen Heinrich ins Feld. Die
Umgebung der Burg läßt er verwüsten.
Heinrichs Nachfolger, Graf Adolf IV (1247 - 1259) war
wohl nicht besonders nachtragend: Als sich die Kölner
mit ihrem Erzbischof Konrad von Hochstaden streiten,
steht Graf Adolf ihm bei. Er schlägt die Kölner Bürger,
die von Dünnwald aus gegen Bensberg vorgerückt waren,
und wirft sie über den Rhein zurück.
1288
Die Bensberger fehlen auch nicht in
der blutigen Schlacht, die am 5. Juli 1288 bei Worringen
geschlagen wird. Mit dem Schlachtruf ''Berge romryk'' (Berg
ruhmreich) stürmen die Bergischen Bauern unter Führung
des Laienbruders Walter Dodde zusammen mit den Kölnern
gegen das gepanzerte Ritterheer des Grafen Rainald von
Geldern und dessen Verbündeten, dem Erzbischof von Köln.
So verhelfen sie ihrem Grafen Adolf V (1259 - 1296) und
seinen Bundesgenossen zum Sieg. Geschichtlich nicht verbürgt
ist die Rache, die der Erzbischof für diese Niederlage
an Graf Adolf genommen haben soll: So soll der Erzbischof
den Grafen heimtückisch auf dem Ritt nach Köln überfallen
und gefangen genommen haben, nachdem er von ihm in
Bensberg fürstlich bewirtet worden war.
1350
Bensberg wird erstmals Amtssitz.
1380
Auf dem Reichstag zu Aachen wird die
Grafschaft Berg - mittlerweile an das Haus Jülich übergegangen
- von Kaiser Wenzel zum Herzogtum erhoben. Das bringt
Privilegien: Der neue Herzog darf bei Kriegszügen das
Streitross des Königs am Zügel führen und dem König
bei feierlichen Anlässen voranschreiten.
1406
Das Bensberger Schloß , das im 14.
Jahrhundert mehreren Belagerungen erfolgreich
standgehalten hatte, fällt einem Brand zum Opfer, bei
dem auch die Ortschaft niedergebrannt wird. Graf Adolf
VII Herzog von Berg (1408 -1437) läßt die bei dem Brand
zerstörte Befestigungsanlage wieder aufbauen. Zuvor
jedoch hatte sich dieser gegen seinen Vater, den
damaligen Herzog Wilhelm II, aufgelehnt und diesen und
seine Verbündeten bei Bensberg geschlagen. Auch danach lässt
Adolf, nunmehr Herzog in Bensberg, keine Gelegenheit zu
Streit und Fehden aus. In deren Verlauf findet auf der
Wahner Heide ein blutiger Kampf statt. Bensberg macht
Adolf VII zu einem starken Bollwerk gegen Köln.
1427
Errichtung des Türmchenhauses
(Dort ist heute das Bergische Museum für Bergbau,
Handwerk und Gewerbe untergebracht).
Wilhelm III (1475 - 1511) lässt das Bensberger Schloß
restaurieren und erweitern. Es wird Witwensitz seiner
zweiten Frau Sybilla von Brandenburg.
Durch Erbschaftsvertrag kommt nunmehr das Haus Kleve an
die Herrschaft im Bergischen Land. Dem zweiten Herzog,
der aus Kleve kam, verdankt auch die rings um die Burg
gelegene Ortschaft eine ganze Menge: Wilhelm IV (1539 -
1592) bezieht in Bensberg seine Residenz und verleiht ihr
im Jahre 1575 das freie Burgrecht (der Stadtkern von
Bensberg wurde auch als (Burg-)Freiheit Bensberg
bezeichnet) und weitgehende Privilegien, besonders auch
im Königsforst.
Zu Beginn des 17. Jahrhunderts fordert der Hexenwahn auch
in Bensberg seine Opfer. 1602 werden hier acht als Hexen
verurteilte Frauen verbrannt. An den Mauerresten des
alten Schlosses, die man heute am Rathaus bewundern kann,
weist eine kleine Erinnerungstafel auf dieses traurige
Ereignis hin. 1613 findet die so genannte Scheuertrine
Katharina Güschen aus Nittum auf den Scheiterhaufen den
Tod.
1648
Als die Nachricht nach Bensberg
gelangt, es gebe endlich Frieden, können die Menschen es
zunächst nicht glauben. Der 30jährige Krieg (1618 -1648)
hatte auch hier furchtbar gewütet. Das Land war von
spanischen, schwedischen, kroatischen und Mansfelder
Truppen drei Jahrzehnte lang schonungslos geplündert
worden.
Die Bauernhöfe lagen niedergebrannt, Städte und Dörfer
waren verwüstet und ausgeplündert, der Erzbergbau
vernichtet. Beim Abschluss des Westfälischen Friedens
1648 ist die Bevölkerung in Bensberg auf ein Fünftel
ihrer früheren Stärke geschrumpft. Schloß Bensberg
hinterlässt der Krieg halb zerfallen und ausgeplündert,
die Ortschaft befindet sich in einem bejammernswerten
Zustand.
1666
Das Schloß wird von Philipp Wilhelm
aus dem Pfälzischen Hause (1653 - 1679) notdürftig
wieder hergestellt. Die Schönheit und der Glanz der
alten Grafenburg sind jedoch für immer dahin. Danach
sinkt sie gänzlich in die Bedeutungslosigkeit, bis die
schöne und günstige Lage Bensbergs die Aufmerksamkeit
des Herzogs Johann Wilhelm II (1679 - 1716) auf sich
lenkt. Dieser lässt in den Jahren 1703 bis 1710 auf der
so genannten Bärenkuppe nördlich des alten Schlosses
ein prunkvolles neues Schloß erbauen. Beim Bau der
dreiflügeligen Anlage diente das Französische
Versailles als Vorbild. Bei Bürgern und Bauern ist der
Herzog ausgesprochen populär und wird von allen nur Jan
Wellem genannt. Von ihm werden in Bensberg und Umgebung
allerhand Anekdoten und Geschichten erzählt.
Erneut brechen verheerende Kriege über das Land herein.
Die so genannten Raubkriege Ludwigs XIV von Frankreich,
die Holländischen Kriege, der Pfälzische Krieg sowie
der Spanische Erbfolgekrieg bringen Bensberg Schlachtenlärm,
Belagerungen und Plünderungen. Auch im 7jährigen Krieg,
in dem der Herzog von Berg auf Seiten Frankreichs steht,
haben die Menschen in Bensberg und Umgebung viel zu
leiden.
Ganz schlimm kommt es gegen Ende des 18. Jahrhunderts mit
den Koalitionskriegen und den anschließenden
Napoleonischen Kriegen.
1780
Besuch Beethovens in Bensberg
1793
Das Kurfürstliche Schloß in
Bensberg wird zu einem Lazarett für die Kaiserlichen
Truppen. Die prachtvolle Inneneinrichtung des Schlosses
wird hierbei zerstört, Täfelungen und Fußböden werden
zu Heizzwecken herausgerissen. Die Sterblichkeit im
Lazarett ist ungeheuer hoch und nach einer Typhus-Epidemie
setzt sich das Massensterben fort. Der Kaiserliche und
der Französische Friedhof im Hardtwald, wo etwa 3000
Reichsdeutsche, Österreichische und Französische
Soldaten aus den Kriegen 1792 bis 1813 begraben liegen,
sind traurige Zeugnisse aus dieser Zeit. Auch in der
Ortschaft Bensberg fordert die dort eingeschleppte Seuche
viele Opfer.
1795
Die Franzosen überschreiten den
Rhein, richten im Bensberger Alten Schloß ein
Waffenlager ein und hausen ansonsten recht übel im
Bergischen Land. Schließlich erhebt sich die unterdrückte
Bevölkerung und in Bensberg kommt es zu einem offenen
Aufruhr. Nach einem Handstreich auf das Waffenlager im
Alten Schloß kommt es am Königsforst zu einem
regelrechten Gefecht mit den Franzosen, das jedoch für
die Bensberger nicht glücklich ausgeht.
Auch die nächsten Jahre halten allerhand Schrecken für
die Bensberger Bevölkerung bereit. Bis zum Frieden von
Lumeville 1801 ist es ein ständiges Hin und Her. Mal rücken
die Franzosen, mal die Kaiserlichen vor. In den letzten
Jahren des Krieges ist die Bevölkerung dank permanenter
Gelderpressungen und Plünderungen völlig verarmt. Die
Situation ist beinahe so verheerend wie einst nach dem 30jährigen
Krieg.
1806
Ein Jahr nach seinem Sieg bei
Austerlitz überträgt Napoleon das Herzogtum Berg an
seinen Schwager Joachim Murat. Als dieser jedoch König
von Neapel wird, verwaltet Napoleon das Herzogtum selbst.
Es wird in das französische Kaiserreich eingegliedert
und in Departements, Arrondissements und Kantone geteilt.
Der Bezirk Bensberg wird ein Kanton, der Ort eine Mairie
im Arrondissement Mülheim am Rhein im Departement des
Rheins. Die französische Verwaltung bringt die Aufhebung
der Leibeigenschaft, die Einführung des
fortschrittlichen Code Napoleon und einige freiheitliche
Einrichtungen. Neben diesen erfreulichen Errungenschaften
leidet die Bevölkerung aber unter der erdrückenden
Steuerlast und den ständigen Truppenaushebungen auf dem
Lande.
Nachdem auch noch russische Truppen durch das Bergische
gezogen waren und die folgenden Befreiungskriege, in
denen Bensberg wieder Militärlazarett ist, ausgestanden
waren, wird in Paris Frieden geschlossen.
1815
Als Ergebnis des Wiener Kongresses
wird das Rheinland preußisch und Bensberg eine Bürgermeisterei
im Landkreis Mülheim am Rhein. In der folgenden
Friedenszeit hält die Bürokratie ihren Einzug, in
Bensberg wird die preußische Verwaltung eingeführt.
Langsam kommt es wieder zu einem wirtschaftlichen
Aufschwung. In den dreißiger Jahren des 19. Jahrhunderts
wird der alte Erzbergbau wieder aufgenommen, wie vorher
bereits eine Eisenschmelzerei. Im Tal der Strunde, in
Bergisch Gladbach entsteht aus kleinen Anfängen eine
bedeutende Papierindustrie. Seit der Jahrhundertmitte
boomt der Bergbau im so genannten Bensberger Erzbecken
gewaltig. In der Nähe von Bensberg entsteht eine Zinkhütte;
in 50 Gruben, von denen 1881 immerhin noch 28 mit rund
3000 Beschäftigten bestanden, wird abgebaut. Für
Bensberg bedeutet all dies einen sichtbaren Aufschwung.
Die Erzgruben sind allerdings um die Jahrhundertwende bis
auf einige wenige eingegangen.
1819
Bis zum Jahre 1832 dient das Schloß
erneut als Militärlazarett, besonders für Augenkranke.
1837
Der Umbau des Schlosses in ein
Kadettenhaus beginnt, eine preußische Militärerziehungsanstalt,
die 1840 bezogen wurde (Nutzung bis 1918).
1877
- 1883
Bau der katholischen Pfarrkirche St.
Nikolaus im neuromanischen Stil.
1906
Kaiser Wilhelm II inspiziert die
Anstalt im Schloß und lässt die Kadetten auf dem Schloßhof
zu einer Parade antreten.
1913
Bensberg erhält seinen ersten Straßenbahn-Anschluß.
1926
Bau des Priesterseminars (heute
Thomas-Morus-Akademie)durch den Nuntius Pacelli, den späteren
Papst Pius XII.
1924
Bis zum Jahre 1933 wird das Schloß
als Obdachlosenasyl genutzt. Ab 1935 dient es als
Nationalpolitische Erziehungsanstalt (NAPOLA) bis das
Schloß nach Kriegsende 1945 von den Alliierten als
Kaserne übernommen wird.
1937
Bau der evangelischen Kirche in
Bensberg.
1945
Die Amerikaner marschieren ein und
beenden den Krieg auch in Bensberg. Schloß Bensberg wird
Belgische Kaserne, ab 1965 wird es dann als belgische
Schule genutzt.
1947
Bensberg erhält die Stadtrechte.
1948
- 1950
Bau der katholischen Pfarrkirche in
Bensberg-Moitzfeld.
1950
- 1953
Bau der katholischen Pfarrkirche in
Bensberg-Untereschbach.
1954
- 1955
Bau der katholischen Pfarrkirche in
Bensberg-Frankenforst.
1958
Besuch des Bundeskanzlers Dr. Konrad
Adenauer in Bensberg.
1967
Im Juni wird das Bensberger Rathaus
in optischer Anlehnung und unter Einbeziehung der Reste
des Alten Schlosses fertig gestellt. Das Gebäude erregt
durch seine totale Abwendung vom Baustil der sechziger
Jahre durch den Architekten Gottfried Böhm, den Sohn des
Kölner Kirchenbaumeisters Dominikus, überregionales
Aufsehen.
1975
Am 1. Januar entsteht aus Bensberg
und Gladbach durch Beschluss des Landtages NRW in Düsseldorf
die Kreisstadt Bergisch Gladbach. |