Neues Schloss Bensberg
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Sagen
& Legenden
(Quelle:
Hilger Müller, http://www.graf-von-berg.de/)
Zu Beginn des 18. Jh. ließ der prachtliebende Kurfürst von der Pfalz und Herzog von Jülich und Berg Johann Wilhelm II. (1679-1716) durch den Architekten Graf Mattheus de Albertis in Benasberg ein neues JagdSchloss errichten. Der deutsche Dichterfürst Johann Wolfgang von Goethe, der im Sommer 1774 Bensberg besuchte, beschrieb das Schloss im 14. Buch von "Dichtung und Wahrheit": "... deutlicher ist mir eine Fahrt nach dem Jagdschlosse Bensberg, das, auf der rechten Seite des Rheins gelegen, der herrlichsten Aussicht genoß. Was mich daselbst über alle Maßen entzückte, waren die Wandverzierungen durch Wenix..."

Ansicht Schloss Bensberg (1715) Staatsarchiv Düsseldorf
Als der Dichter diese Worte
schrieb, befand sich Schloss Bensberg bereits im Niedergang, denn
nach dem Tod des Kurfürsten im Jahre 1716 kümmerten
sich seine Nachfolger nur
wenig um den prachtvollen Bau. In der Folgezeit war das Schloss
Lazarett, preußische Kadettenanstalt, Besatzungskaserne,
Notunterkunft, Bürgermeisteramt, Nationalsozialistische
Erziehungsanstalt und Internat. Eng verbunden mit dem Schloss ist
aber noch immer die Figur des volkstümlichen Kurfürsten Johann
Wilhelm II.
Das bergische Volk, das ihn liebevoll "Jan Wellem" nannte, hat seinem fürsorglichen und bürgernahen Fürsten in zahlreichen Sagen und Anekdoten ein literarisches Denkmal gesetzt.
So wird folgendermaßen erzählt: Einmal ging der Kurfürst, als Amtsjäger verkleidet in der Nähe von Bensberg spazieren. Da traf er einen Schweinehirten, der seine Herde hütete. Ganz nach seiner Gewohnheit begann der Landesvater mit dem Hirten ein Gespräch, fragte dieses und jenes und auch nach seinem Lohn.
"Der ist gering", erklärte der Hirte dem unbekannten Jäger. "Im Jahr bekomme ich ein paar Taler, einen Rock, Schuhe und Kost!" Da lachte der Kurfürst und erwiderte: "Auch ich bin ein Hirt, aber ich bekomme an einem Tag mehr Lohn, als Ihr im ganzen Jahr! "Donnerwetter!" meinte da sein Gegenüber, "dann ist eure Schweineherde aber auch größer als die meine!"
Ein anderes Mal hatte sich der Herzog im Königsforst nahe Bensberg verirrt. Zum ersten Mal in seinen Leben hungrig, erreichte er schließlich ein Bauernhaus und bat um eine Mahlzeit. Er erhielt von der Bauersfrau, die ihn nicht erkannte und für einen fremden Jäger hielt, Erbsen mit Speck. Diese Speise schmeckte Jan Wellem viel besser als das feinste Essen im Schloss. Nach Bensberg zurückgekehrt, befahl er seinem Leibkoch, ihm ebenfalls Erbsen mit Speck zu kochen. Aber so sehr sich dieser auch anstrengte, nie schmeckte es dem Fürsten so gut wie zuvor im Königsforst. Schließlich ließ der Fürst die Bäuerin holen, damit sie für ihn koche. Aber wie sehr sich die Frau auch bemühte, so schmeckte es ihm doch niemals wie damals im Königsforst, als ihn der Hunger quälte. Aus diesem Erlebnis wurde er klug und pries die Bauern und Handwerker seines Landes glücklich, denen nach harter Arbeit das Essen schmeckte. Aus dieser Geschichte rührt das Sprüchlein:
Wer sich vor Arbeit nicht tut schrecken, dem soll es wie Jan Weilern schmecken."
Seit dieser Zeit sind Erbsen mit Speck das Nationalgericht des Bergischen Landes.
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(Stand: 29.06.04)